Ansichten
 

Zu den Ansichten des Thilo Sarrazin.
Bei der Betrachtung der von S. veröffentlichen Meinung, wie es mit der Entwicklung unserer Gesellschaft weitergeht, fällt auf, dass in Zukunft nach seiner Ansicht voraussichtlich nur jene gesellschaftlichen Gruppen eine Chance erhalten sollten, die über ein entsprechendes genetisches Potential verfügen. Dieses Denken knüpft an Strukturen aus „brauner“ Vorzeit an, obwohl in der SPD schon in den siebziger Jahren durch Willi Brandt zu Recht postuliert wurde, allen Menschen „gleiche Chancen“ einzuräumen. Dadurch fanden viele Menschen auch aus prekären Verhältnissen ihre Chance und bereicherten die Gesellschaft durch ihren Leistungswillen und ihr spezielles Handlungsvermögen. Nach Meinung von S. sollten eigentlich nur die genetisch "Vermögenden" in unserer Gesellschaft eine  Chance erhalten. Dies ist ein inakzeptables Ausleseverfahren. Es passt nicht in unsere Zeit.

Chancengerechtigkeit
   
Bildungschancen für alle

Dieses Denken dann auch noch auf Gruppen mit unterschiedlichem ethnischen und religiösen Hintergrund zu übertragen, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Die Angst, dass eines Tages Muslime mit mittlerer oder minderer Begabung unsere  Gesellschaft vorwiegend prägen, führt den schon oben angeführten falschen und verkürzten Denkansatz von S. fort. Natürlich muss unser Bildungssystem sich fordernd und fördernd jenen Gruppierungen nähern, die allgemeine und spezielle Defizite aufweisen. Dies aber in einer nicht diskreditierenden und diskriminierenden Art und Weise. In einem Gespräch mit zwei  Muslimen wurde mir deutlich, dass das Stammtischdenken dieser Tage im Sinne von S. nur überwunden werden kann, wenn wir uns alle für die besonderen  kulturellen und religiösen Werte von Menschen mit Migrationshintergrund öffnen und umgekehrt.

   

Muslime sind nicht per se Islamisten, auch wenn einige ihrer Glaubensvertreter u. a. für die Folgen von "nine eleven" möglicher Weise verantwortlich sind. Christen haben auch schon in Vergangenheit und Gegenwart Gräueltaten vollführt. Deshalb kann man nicht alle Glaubensangehörige in einen Topf mit ihnen werfen. Das Gleiche gilt für Personen mit entsprechendem ethnischem Hintergrund. Eine Gesellschaft in der Raum für die Pflege und dem Austausch unterschiedlicher kultureller Werte ist, wachsen Toleranz und die Bereitschaft zur  Integration
Eines sollte allerdings bei aller Kritik an S. unmissverständlich klar sein, wer sich den im Grundgesetz verankerten Werten nicht anschließen kann, sollte überlegen, ob Deutschland noch das geeignete Gastland für ihn ist. PV

 

Zukunft gemeinsam gestalten
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