|
Nach Oslo
Nicht nur Sozialdemokraten sind
von den Attentaten
in Oslo betroffen.
Getroffen hat diese feige Tat alle Demokraten.
Deshalb taucht die Frage nach dem –
warum? - und nach den
Konsequenzen für uns auf.
Ein Charakteristikum eines Teils der
bürgerlichen Mitte ist die Haltung, sich Fremden und
Neuen gegenüber zu verschließen. Damit meine ich, besonders
fremdenfeindliche Haltungen. "Anders Breivik kam nicht aus dem
Nichts," Die Zeit, Carolin Emcke, 28.07.11. Fremdenfeindlichkeit gibt es
auch in unserer Gesellschaft. Sozialdemokraten setzen sich dafür ein,
dass ein solches Denken überwunden wird. Wenn aber die subjektive
Wahrnehmung, wie die von A. B., zur absoluten Wahrheit verkommt und
keiner Widerspiegelungen mit anderen Werten ausgesetzt wird,
kann es kritisch werden. Vor allem dann, wenn man sich obendrein
als gewalttätiger „Heilsbringer“ versteht. Oft beobachtet man auch bei
uns eine Angst vor Menschen anderer ethnischer Herkunft, die vielleicht
aus der Unerfahrenheit gegenüber dem Fremden resultiert. Ich meine
damit, wer selbst nie einen "Tapetenwechsel" erlebt hat, sieht eben
ausschließlich sein Heil in der Bewahrung der eigenen unveränderten
"vier Wände". Ein anderer Grund kann auch in der Rivalität mit den
Fremden gesehen werden. Einwanderer, die gute Jobs bekleiden und in der
Gesellschaft aufsteigen, während die eigenen Kinder oder Freunde
arbeitslos sind. Da hilft auch der Hinweis auf die fehlende Bildung oder
anderer Defizite nichts. Deshalb dürfen wir nicht den Mut verlieren,
egal ob es ethnische,
religiöse oder auch politische Neigungen sind, uns gegen eine
aufkommende Fremdenfeindlichkeit an den Stammtischen zu positionieren.
Umso schlimmer wird es allerdings, wenn bei
einigen Menschen aus extremer Motivlage Gewalt entsteht, wie in Oslo,
deren Hass auf Personen gerichtet ist, die für eine tolerante und offene
Gesellschaft eintreten. Da helfen auch keine verschärften
Grenzkontrollen, wie in Dänemark, wo man Extremisten vom eigenen Land
abhalten will. Sie leben unter uns! Deshalb sollten wir die
Auseinandersetzung mit dem Extremismus und seinen rechtspopulistischen
Ausläufern, wie die des
Thilo Sarrazin, nicht scheuen.
Die Menschen in Oslo und in ganz Norwegen haben aber schon eine erste,
wichtige Antwort darauf gegeben. Sie lassen sich nicht von einem
Gewalttäter in ihrer demokratischen Haltung innerhalb ihrer offenen
Gesellschaft abbringen.
PV
|

Rosen als Symbol der Anteilnahme |